Wildbachschule Offenbach 

Alle sind anders verschieden

Unsere neue inklusive Grundschule zeichnet sich durch ein eindrucksvolles Konzept aus, da es sich um die erste Draußenschule in unserer Region handelt. Dies bedeutet, dass der Unterricht der Grundschulkinder unabhängig von Witterung und Jahreszeit für einen Tag in der Woche außerhalb des Klassenzimmers stattfindet. Dazu bieten sich nicht nur der nahe gelegene Wald an, sondern auch Offenbacher Bildungs- und Erlebnisstätten wie Museen, Wetterpark oder Kletterpark, um nur einige wenige zu nennen.

Die Idee der Draußenschule passt zu der für die Wildbachschule verfolgten Vorstellung von einem ganzheitlichen und fächerübergreifenden Lernen, das dem natürlichen, beiläufigen Lernen aller Kinder nahe kommt. Nicht allein das Erreichen von Kompetenzen durch das Lernen von Wissensbeständen im Klassenzimmer steht im Vordergrund, sondern auch das tätige Erleben und die unmittelbare Erfahrung ermöglichen vielfältige Erfahrungen und Kompetenzerwerb in unterschiedlichen Natur- und Kulturräumen. Die didaktische Vorbereitung und unterrichtliche Durchführung des Draußentages ermöglicht die Reflexion der Lerngruppe hinsichtlich erreichter Kompetenzen, Erkenntnisse und erlebten Verstehensleistungen. Daneben variiert die Draußenschule die Aspekte Raum, Zeit und Körper, öffnet besondere Möglichkeiten des Forschens und Entdeckens, der Anwendung gelernter Kulturtechniken, der Gesundheitserziehung und körperlich-leiblicher Erfahrungen.

Im Sommer startet die Wildbachschule zunächst mit 44 Schülerinnen und Schüler in zwei ersten Klassen. Perspektivisch werden die Kinder der Klassen 1 und 2 sowie der Klassen 3 und 4 teilweise in gemeinsamen Lerngruppen von 4-6 Schülern unterrichtet. Auf diese Weise wird durch das „Schon-Können“ und das „Noch-nicht-Wissen“ das natürliche Von-und-Miteinander-Lernen und gegenseitige Helfen der Kinder untereinander angeregt. Das Konzept sieht vor, dass in der Wildbachschule Kinder mit unterschiedlichen Begabungen und Fähigkeiten sowie mit und ohne Behinderung zusammengeführt werden. Es entsteht eine Mischung von Kindern ohne prinzipielle Ausgrenzung. In jeder Lerngruppe von maximal 22 Kindern gibt es jeweils 5 Kinder mit unterschiedlichem sonderpädagogischen Förderbedarf. Hier geht es nicht mehr darum, ein besonderes Kind mit Handicap in eine ansonsten möglichst homogene Gruppe zu integrieren, sondern darum, gezielt mit der Verschiedenheit aller Kinder zu arbeiten und zu leben. Unterrichtet, gefördert und begleitet werden die Schüler durch ein multiprofessionelles Team aus Lehrkräten, Sozialpädagogen, Erziehern, Anerkennungspraktikanten, FSJ'lern, Bundesfreiwilligendienstlern, etc.  

Das gebundene Ganztagsangebot sieht vor, dass die Schülerinnen und Schüler von 07:30 bis 16:30 Uhr betreut werden. Nach dem gemeinsamen Mittagessen gibt es die Möglichkeit,  ein lerngruppen-übergreifendes Angebot für Arbeitsgemeinschaften (z.B. Psychomotorik, Handwerken, Fremde Länder – Fremde Sprachen...) zu machen, in das sich die Kinder halbjährlich einwählen können. Die Angebote sind inhaltlich vielfältig und variieren von Halbjahr zu Halbjahr. Der verlängerten Mittags- und AG-Pause mit Möglichkeiten zur Entspannung, zum praktischen Lernen und zum Spielen schließt sich eine weitere Lernphase an, in der neben Fachunterricht auch Förder-und Therapieangebote ihren Platz haben. Zudem werden Zeiten für freie Arbeit der Kinder vorgesehen, in denen diese wachsend selbständig, aber mit der Möglichkeit der Rückfragen und Beratung eigenen Fragen nachgehen können. Schul- und Übungsaufgaben sind in das Wochenprogramm zu verschiedenen Uhrzeiten eingelassen, häusliche Aufgaben (Hausaufgaben) entfallen bis auf kleine individuelle Lern- oder Recherche-Aufträge. Bis 16:30 Uhr können alle Kinder an den Nachmittagsaktivitäten teilnehmen, die als freies Spiel mit so genannten „Aktivitätsinseln“ (täglich zur gleichen Zeit angeleitete Angebote zum Malen, Basteln, Spielen, Handwerken und Bewegen) stattfinden.

Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal wird das Thema „Sprache & Gebärden“ sein, indem die gegenseitige Verständigung und kulturelle Vermittlung in der Wildbachschule mit einem besonderen Augenmerk auf das Sprachenlernen verknüpft werden. Bevor Englisch im 3. Schuljahr als Fremdsprache vermittelt wird, beginnen die Schülerinnen und Schüler der Wildbachschule bereits ab dem ersten Schultag mit der Gebärdensprache als gemeinsamer Fremdsprache. Wöchentlich werden neue Gebärden gelernt, die mit den Inhalten des Unterrichts und dem gemeinsamen Erleben in der Freizeit verknüpft sind. Die Kinder erhalten auf diese Weise im Laufe ihrer Grundschuljahre einen umfassenden Einblick in die Welt der Gebärden und erwerben beiläufig besondere Kenntnisse und Fähigkeiten, die für das Leben in einer inklusiver werdenden Gesellschaft hilfreich sind. Die Sprachförderung richtet sich so auf die deutsche Sprache, die Gebärdensprache, auf Englisch als Fremdsprache und bei manchen Kindern zusätzlich auch auf die Herkunftssprache. Die kindliche Aufmerksamkeit wird zu wechselnden Gelegenheiten des Schultages auf sprachliche Besonderheiten und Schwerpunkte gelenkt. Dabei erhält der spielerische, aber auch der formale Wortschatz- und Sprachaufbau einen durchweg großen Stellenwert. Gesprochene und Schriftsprache wird durch Gebärdensprache ergänzt und auf diese Weise aus anderer Perspektive körperlich ge- und erlebt und verstanden. Achtsamkeit in Bezug auf unterschiedliche Herkunftssprachen und –kulturen ermöglicht kulturelle Vermittlung und Öffnung: die Kinder üben vielfältige und vielschichtige Verständigung – wie dies in der Lebenspraxis heute notwendig ist. 

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